Die Schweizer Rechnungslegungslandschaft steht vor einem strategischen Wendepunkt. Drei Szenarien zeichnen sich ab: (1) Status quo mit inkrementeller Annäherung — FER bleibt eigenständig, übernimmt aber selektiv IFRS-Konzepte (wie bei der geplanten FER 13-Revision zur Leasingbilanzierung). (2) Konvergenz — FER wird systematisch an IFRS angeglichen, mit Schweizer Vereinfachungen (ähnlich dem deutschen HGB-BilMoG-Ansatz). (3) Dual-Track-Ausbau — FER positioniert sich als internationaler Standard für mittelgrosse Unternehmen (Konkurrenz zu IFRS for SMEs). Die FER-Stiftung unter dem Dach von EXPERTsuisse arbeitet an einer langfristigen Strategie, die die KMU-Tauglichkeit (Pragmatismus, Kosteneffizienz) mit der internationalen Akzeptanz (Vergleichbarkeit, Transparenz) verbindet. Die Revision von FER 13 (Leasing) wird als Testfall für den Konvergenzansatz angesehen — eine Übernahme des IFRS-16-Right-of-Use-Modells würde einen Paradigmenwechsel darstellen.
Die internationale Anerkennung von Swiss GAAP FER ist begrenzt: Ausländische Investoren und Analysten kennen das Rahmenwerk oft nicht, was die Kapitalmarktfähigkeit einschränkt. Gleichzeitig schätzen Schweizer KMU die Einfachheit und den geringeren Compliance-Aufwand. Die Debatte spiegelt eine fundamentale Spannung wider: Internationale Vergleichbarkeit vs. nationale Pragmatik. Ein Schweizer Thought Leader muss beide Perspektiven vertreten und vermitteln können.
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